Die Geschichte zu unserem Sommerblütenhonig

Spezielles Saatgut für Bienenweide
Spezielles Saatgut für Bienenweide

So ganz genau weiß ich nicht mehr, wie die Idee entstanden ist. Ich glaube es war unser Imkerkollege Erich Schilling, der bei einer Honigauslieferung in die Obstgarage Bietigheim mit Familie Munz ins Gespräch und auf die Idee kam, eine Bienenweide anzulegen. Als Erich uns fragte ob wir mitmachen wollten, waren wir gleich begeistert.

Und so teilten sich die drei Parteien Munz - Schilling - Mallin die Kosten und nordwestlich von Bietigheim wurde oberhalb der Löchgauer Straße von Familie Munz auf einer Fläche von ca. 1,5 Hektar die Bienenweide ausgesät. Es wurde ein Saatgut verwendet, das Samen von Pflanzen enthielt, die in mehreren Phasen nacheinander bis in den Spätsommer hinein blühen und damit Nektar- und Pollenversorgung der Bienen und Wildinsekten sichern sollten.

Die Pollenversorgung in den Sommermonaten ist durch die industrialisierte Landwirtschaft um Bietigheim ein Problem - sind Akazien und Linden abgeblüht, dann gibt es außerhalb der Ortsgrenze sehr wenige blühende Pflanzen. Gerade in den Sommermonaten ist aber eine gute Pollenversorgung sehr wichtig für die Vorbereitung der Bienen auf den kommenden Winter.

Die ersten Frühblüher zeigten sich Anfang Mai und die ganze Fläche war von Summen und Brummen erfüllt. Reger Flugverkehr war sichtbar, obwohl im Umfeld noch viele andere Pflanzen blühten. Doch leider war 2015 ein sehr trockenes Jahr und die Trockenperiode begann Mitte Mai. Der Regen blieb aus und schon Ende Mai / Anfang Juni konnte man sehen, dass die nacheinander folgenden Blühphasen nicht kommen werden. Es regnete über Wochen nicht, das Wasser fehlte und nichts keimte mehr an.

Ende Juni war nur noch "grau-in-grau" auf der Bienenweide und keine Blüte mehr zu sehen. Keine Kornblumen - keine Sonnenblumen - kein Borretsch. Im Juli dann nur noch vertrocknetes Kraut auf der gesamten Fläche. Eine "gewisse" Enttäuschung machte sich bei den Imkern breit.

Obwohl 2015 ein sehr trockenes Jahr war und sich die Bienenweide nicht voll entwickelte, ernteten wir von unserem etwa 200 Meter entfernten Standplatz einen wunderbaren Sommerblütenhonig. Er wurde etwas ganz besonderes, kräftig im Geschmack mit fruchtiger Note und einer bernsteinartigen Farbe. Vom Geschmacksbild irgendwo zwischen dem milden Frühlingsblütenhonig und dem würzigen Waldhonig.

Doch in 2016 wurde ein neuer Anlauf gemacht. Wir hatten noch nicht einmal gefragt, da hatte Familie Munz auf der selben Fläche wieder die Bienenweide angelegt. Diesmal einige Wochen später, damit die Blühphasen in einen späteren Zeitpunkt gelegt werden und in diesem Jahr gab es wahrlich genug Niederschlag. 2016 war ein sehr nasses Jahr, was den Pflanzen aber entgegen kam. Die Bienenweide entwickelte sich prächtig und 2016 klappte es mit der Keimung und der Blüte der Pflanzen in nacheinander folgenden Phasen wie am Schnürchen.

Wunderschön entwickelten sich die Völker an diesem Standplatz und es war immer wieder eine Freude bei einer Völkerdurchsicht die vielen unterschiedlichen Farben des Pollens in den Waben zu sehen - eine wahrlich vollwertige Ernährung für unsere Bienen. Auch ein Spaziergang am Rand der Bienenweide war die reinste Freude. Nicht nur die Bienen versorgten sich dort - auch viele Schmetterlinge, Hummeln, Wildbienen und Wespen konnte man beobachten. Es war ein Paradies für Insekten.

Da wir uns entschlossen hatten in 2016 unsere Wirtschaftsvölker in die Österreichischen Alpen und in den Schwarzwald zu stellen, gab es leider nicht viel Honig von dem Standplatz nahe der Bienenweide. Aber an der Gewichtszunahme und Entwicklung der dort aufgestellten Ableger (neu gebildete Völker) konnten wir erkennen, wie gut die Versorgung der Bienen war.